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Arbeit am Tonfeld®

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Der haptische Sinn

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„Der gesamte Mensch ist in seiner Hand
versammelt, und so werden alle ihre
Bewegungen lebendig und bedeutsam.“
Prof. Heinz Deuser 

Der haptische Sinn

In den 70er Jahren entdeckte Prof. Heinz Deuser bei Tastversuchen mit  verschiedenen Menschen, die den gleichen Gegenstand (z.B. eine Muschel) mit verschlossenen Augen untersuchten, dass die Wahrnehmung und die Bedeutungsbildung des Gegenstandes sich sehr stark durch die Art der Bewegung, mit der der Gegenstand ergriffen wurde, bestimmte. (siehe www.tonfeld.de  Arbeit am Tonfeld –Geschichte).

Es zeigte sich, dass nicht nur die Form– und Oberflächenqualitäten (weich, hart, eckig, kantig, scharf, rund) extrem unterschiedlich wahrgenommen wurden, sondern dass die Form- und Wahrnehmungsqualitäten der einzelnen Menschen sofort mit ihrer individuellen Geschichte, ihren Erlebnissen, ihren Erfahrungen, also ihrer Biografie verknüpft wurden. Diese waren als Emotion und Bild augenblicklich am Ort – in der Hand fühlbar.

Das Tastgeschehen der Hände trug diese Erlebnisse vor und  war selbst gleichzeitig Ort und Teil dieser Geschichte. Die Hände trugen den Menschen in diese Erinnerungen hinein. Erlebnisse, die lange zurücklagen, wurden zur Gegenwart - fühlbar in den Händen.

Der Tastsinn unserer Hände verknüpft und repräsentiert gleichzeitig diese sensorische Verbindungs– und Erlebensebene zwischen dem individuellen, emotionalen, leiblichen Gedächtnis und dem gegenwärtigen, ganz realen Wahrnehmungsvorgang.

In der Arbeit am Tonfeld entwickelte und erforschte Prof. Heinz Deuser  seither die Wirkweise des haptischen Sinnes am formbaren Material(Tonerde). In der prozessorientierten Begleitung von Menschen war es jetzt möglich, den vielschichtigen Bewegungsformen, Gesten, Berührungen, Greifakten und Handhabungen und den dahinter liegenden menschlichen Erfahrungen, Beziehungsmustern und Lebensbedingungen einer Art leiblich–haptischen Sprache zuzuordnen.

Die Beziehungssicherheit und Verlässlichkeit, die sich ein Mensch an den Entwicklungsstationen seines Lebensweges erworben hatte oder die als Beziehungswunsch vernachlässigt und unerfüllt zurückgeblieben war, zeigte sich dem Begleiter in seinen haptischen Äußerungen deutlich lesbar. Dadurch wurde eine klare Struktur im Entwicklungsaufbau und -Verlauf der vielfältig geäußerten Bewegungen erkennbar.

Der am Tonfeld Arbeitende konnte nun auf seine individuelle Bewegung angesprochen und weiter begleitet werden, ohne den Handlungsprozess und das haptische Geschehen zu unterbrechen.

Die Methode der Arbeit am Tonfeld ermöglichte es, über das haptische Geschehen am Tonfeld sich selbst als auch das Gegenüber – die Welt zu erleben, im Berühren sich selbst berührt zu erleben, im Greifen sich ergreifen zu lassen und zu begreifen, im Bewegen sich bewegt zu erleben.

In den vergangenen 40 Jahren untersuchte Prof. Heinz Deuser systematisch die Qualität, den Aufbau, die Ordnung und die innere Logik dieses haptischen Sinnes. Daraus entwickelte sich die heutige verfeinerte Form der Begleitung von Menschen am Tonfeld.